Zwetschgendatschi mit Streuseln

Spätsommer vom Blech – mit Zwetschgen, Hefeteig und buttrigen Streuseln.

Stück gebackener Zwetschgendatschi mit Streuseln und Puderzucker auf einem weißen Teller

Zwetschgendatschi mit Streuseln (Schwäbisch: "Riebela") – nach Wunsch mit etwas Puderzucker. Foto: Edith Schenk - KULINAVI.de

Zutaten

für 1 Blech

Für den Hefeteig

  • 330 g Weizenmehl
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 3 EL Zucker
  • 150 ml lauwarme Milch
  • 70 g Zucker
  • 100 g weiche Butter
  • 1 Ei (Größe M)
  • 1 Prise Salz

Für den Belag

  • 1,5 kg Zwetschgen
  • 50 g Zucker
  • 1 TL Zimt

Für die Streusel

  • 150 g Weizenmehl
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 100 g weiche Butter
  • ½ TL Zimt

Außerdem

  • 2 EL Butter zum Einfetten des Backblechs

Zubereitung

Das Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Hefe hineinbröckeln, mit 3 EL Zucker bestreuen und die lauwarme Milch darübergeben. In der Mulde vorsichtig verrühren. Abdecken und etwa 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

70 g Zucker, Butter, Ei und Salz dazugeben und alles zu einem glatten Hefeteig verkneten. Zugedeckt weitere 30 Minuten gehen lassen.

Das Backblech mit Butter einfetten. Den Hefeteig auf dem Blech gleichmäßig bis an die Ränder verteilen.

Die Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen. Die Hälften nochmals längs einschneiden, dabei aber nicht vollständig durchtrennen. Die vorbereiteten Zwetschgen dicht an dicht auf dem Hefeteig verteilen und mit 50 g Zucker und 1 TL Zimt bestreuen.

Für die Streusel Mehl, Zucker, Vanillezucker und Zimt vermischen. Die weiche Butter dazugeben und alles mit den Händen zu weichen, groben Streuseln verkneten. Die Streusel gleichmäßig über den Zwetschgen verteilen.

Den Zwetschgendatschi nochmals etwa 10–15 Minuten ruhen lassen. Inzwischen den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Datschi auf der mittleren Schiene etwa 35–40 Minuten backen, bis der Hefeteig durchgebacken und die Streusel goldbraun sind. Herausnehmen und auf dem Blech abkühlen lassen.

Nach Wunsch vor dem Servieren mit etwas Puderzucker bestäuben.

AUS „DER GESCHMACK DER KINDHEIT“

„Zwetschgendatschi – den gab es natürlich im Herbst, wenn die Zwetschgen reif waren.“

So erinnert sich Monika Zeller an die saisonale Küche ihrer Kindheit. Gebacken wurde mit dem, was Garten, Feld und Jahreszeit gerade hergaben. Zwetschgen gehörten zum Spätsommer und frühen Herbst – frisch auf den Kuchen, als Mus eingekocht oder für den Winter haltbar gemacht.

Im Journal erzählen wir mehr darüber, warum der Zwetschgendatschi weit mehr ist als ein Stück Kuchen: Er gehört zur kulinarischen Erinnerung Bayerisch-Schwabens und zu einer Küche, deren Rhythmus noch stark von den Jahreszeiten bestimmt wurde.

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GUT ZU WISSEN

Beim klassischen Zwetschgendatschi werden die Zwetschgen häufig nicht einfach halbiert aufgelegt. Die entsteinten Hälften werden nochmals längs eingeschnitten, ohne sie vollständig zu durchtrennen, und anschließend leicht aufgefächert dicht an dicht auf dem Teig verteilt.

Wir haben die Zwetschgen teilweise nur halbiert beziehungsweise geviertelt und etwas lockerer aufgelegt. Das verändert den Charakter des Kuchens nicht – je nach Größe und Reife der Früchte lässt sich so auch die Menge des Belags gut variieren.

Einordnung

Der Zwetschgendatschi gehört zu den klassischen Obstkuchen Bayerisch-Schwabens. Typisch ist die Verbindung aus Hefeteig und reichlich reifen Zwetschgen; Streusel sind eine beliebte Variante. Gebacken wurde er vor allem dann, wenn die Früchte im Spätsommer und frühen Herbst in großer Menge verfügbar waren.

Damit erzählt der Datschi zugleich etwas über eine Küche, in der Saison, Vorratshaltung und Verwertung eng zusammengehörten: Was nicht frisch gegessen oder verbacken wurde, konnte für den Winter eingekocht werden – etwa als Zwetschgenmus. Eine besondere, traditionell sehr lange eingekochte Form der Zwetschgenzubereitung ist die Latwerge.

Dieses Rezept ist Teil des KULINAVI-Dossiers „Herbstgeschichten“, in dem wir Rezepte und Geschichten rund um Erntezeit, Vorratshaltung und saisonale Küche versammeln.

Geschmack der Kindheit

Reihen und Dossiers

Dieser Inhalt ist Teil von…

Wenn die Tage kürzer werden, verändert sich auch die Küche. Zwetschgen, Äpfel, Ernte und Vorräte erzählen davon,…

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