Geschmack der Kindheit

Essen, Kochen und Leben von 1930 bis 1960 – erzählt von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, eingeordnet von Expertinnen und Experten.

Stimmen aus Bayerisch-Schwaben
Ein dokumentarisches Buchprojekt über Erinnerung, Herkunft und die kulturelle Bedeutung von Essen in einer Region.

Buchcover „Geschmack der Kindheit“ mit historischem Kinderfoto und Glas Zwetschgenmus – Erinnerungen an Essen, Kochen und Leben zwischen 1930 und 1960. Edith Schenk . Cornelia Trischberger

Der Moment, in dem alles begann

Nicht ein Rezept stand am Anfang dieses Buches.
Sondern ein Gespräch.

Im „Hörraum“ im Münchner Glockenbachviertel – einem Ort, an dem Menschen ihre Erinnerungen teilen – entstand der erste Impuls. Eine ältere Dame erzählte von Mehlsuppe auf dem Holzherd, vom Sonntagsbraten, vom großen Tisch.

Es war nicht nur das, was sie erzählte.
Es war die Art, wie sie sprach.

Der Dialekt.
Die Bilder.
Die Selbstverständlichkeit.

Dort wurde spürbar:

Wenn Menschen über Essen sprechen, sprechen sie über ihr Leben.

Aus diesem Moment entstand die Entscheidung, zuzuhören – systematisch, konzentriert, regional verortet.

Bewusst regional: Bayerisch-Schwaben

Die Interviews führen unter anderem durch:

  • Augsburg und Haunstetten
  • Mindelheim und Krumbach
  • Waal und Buchloe
  • Bad Wörishofen und Memmingen

Unterschiedliche gesellschaftliche Milieus.
Bauernhöfe. Handwerkerfamilien. Bürgerliche Haushalte.
Nachkriegszeit. Wirtschaftswunder. Kirchlich geprägten Alltag.

Diese regionale Verortung ist kein dekorativer Rahmen – sie ist die inhaltliche Grundlage des Projekts.

Geschichte in Stimmen – Oral History

Gesellige Kaffeerunde mit Frauen und Ordensschwestern in einem festlich geschmückten Saal. Die Gäste sitzen an gedeckten Tischen, trinken Kaffee und unterhalten sich miteinander.

Kaffeekränzchen

Die Gespräche folgen dem Ansatz der Oral History.
Geschichte wird nicht rekonstruiert – sie wird erinnert.

Dialekt wurde bewusst bewahrt.

„Des hot ma halt so gmacht.“
„Riebele hots gea, wenn sonscht nix doa war.“
„Gsälz isch ebbes anders.“

Edith, im Unterallgäu aufgewachsen, spricht Dialekt.
Cornelia – sozialisiert am Niederrhein – nicht.

Beim Transkribieren entstanden manche Missverständnisse.
Und herzhaftes Lachen.

Gerade diese Spannungen zeigen, wie viel kulturelles Wissen in Sprache steckt.

Bilder als lebendige Quellen

Die Fotografien im Buch sind keine Illustration.
Sie sind historische Zeugnisse.

Die Bilder erzählen mit.
Sie erweitern die Interviews um visuelle Erinnerungsschichten.

Die Expertinnen und Experten

Eine besondere Bereicherung des Buches sind die Beiträge von Expertinnen und Experten.

Sie ordnen ein:

  • Sprache und Dialekt
  • religiöse und kulturelle Prägungen
  • Ernährungsgeschichte
  • gesellschaftliche Entwicklungen
  • regionale Besonderheiten

Diese Perspektiven erweitern die persönlichen Erinnerungen um historische Zusammenhänge.
So entsteht kein nostalgischer Rückblick, sondern ein differenziertes Zeitbild einer Region.

Rezepte im Kontext

Rezepte stehen nie isoliert.
Sie sind eingebettet in Lebensgeschichten.

Resonanz

„Ein bedeutender Beitrag zur regionalen Erinnerungskultur.“

Mindelheimer Zeitung

„Ein eindrucksvolles Panorama des Alltags zwischen Holzherd, Sonntagsbraten und Festtagen.“

Auxlitera

„Ein Buch über Gerüche, Erinnerungen und das, was bleibt.“

Gastrosofie

Ein Projektexperiment

„Geschmack der Kindheit“ war von Beginn an ein Projektexperiment.

Was geschieht, wenn man zuhört?
Wenn man Dialekt stehen lässt?
Wenn man Alltagsgeschichten ernst nimmt?

Der Hörraum war der Ausgangspunkt.
Bayerisch-Schwaben wurde zum Resonanzraum.

Dieses Buch ist ein Anfang.

Wer weiß, welche Stimmen sich daraus noch entwickeln.

Bibliographische Angaben

Buchcover „Geschmack der Kindheit“ mit historischem Kinderfoto und Glas Zwetschgenmus – Erinnerungen an Essen, Kochen und Leben zwischen 1930 und 1960. Edith Schenk . Cornelia Trischberger

Produkt

Geschmack der Kindheit

Preis

29.90 €

Erscheinungstermin

17. Nov. 2025

ISBN

978-3-947423-69-9

Ausstattung

Hardcover
Leinen mit halbseitigem Schutzumschlag
272 Seiten · DIN A4