Briestorte – Mittelalterliche Festpastete
Historische Einführung
Die Briestorte gehörte zu den aufwendigeren Gerichten der gehobenen Küche des späten Mittelalters. Im Menü III aus Das Kochbuch des Mittelalters von Trude Ehlert bildet sie den ersten Gang eines Festmahls.
Das Rezept basiert auf einer historischen Quelle, die Trude Ehlert übersetzt, erläutert und für die heutige Küche nachvollziehbar aufbereitet hat.

Künstlerische Rekonstruktion einer Briestorte (KI) – eines festlichen Gerichts aus der mittelalterlichen Küche, passend zu einem historischen Menü
Zutaten
für 4 Personen
Für die Pastete
- 125 g Mehl
- 1 Ei
- 75 g Schweineschmalz
(oder Butter oder Margarine) - 1–2 EL Wasser
- 1 Prise Salz
- Fett für die Form
Für die Füllung
- 2 Stück Kalbsbries (Milchling, Schweser)
- 3 Eier
- 30 g Butter
- 2 Scheiben Weißbrot
- 4 EL Weißwein
- 100 g Mandelmilch (vorwiegend die Pulpe)
- 1 EL gehackte Petersilie
- 1 TL Zitronenmelisse
- 1 Prise Muskatnuss
- Pfeffer
- Salz
Optional:
- ca. 125 g Seelachs- oder Wallerfilet
Zubereitung
Kalbsbries 1 bis 2 Stunden wässern.
Aus den Zutaten für die Pastete nach den Anweisungen im Basisrezept (S. 38) einen Pastetenteig herstellen und kühl ruhen lassen.
Das Bries in kaltem Wasser aufsetzen und erhitzen; das Wasser abgießen, das Bries erneut in kaltem Wasser aufsetzen und köcheln, bis es weiß und fest geworden ist (ca. 20–30 Minuten). Das Bries von Sehnen und Häuten säubern und in Würfel schneiden.
Mandelmilch nach den Anweisungen im Basisrezept (S. 33) herstellen.
Das Weißbrot in dem Wein einweichen. Petersilie und Zitronenmelisse waschen, trockentupfen und fein hacken.
Die Butter in einer Schüssel schaumig rühren, mit den Eiern, dem zerzupften Weißbrot, den Kräutern, eventuell dem pochierten und zerpflückten Seelachsfilet sowie der Mandelmilch verrühren, mit Muskatnuss, Pfeffer und Salz abschmecken.
Den Teig ausrollen, in eine gefettete, hohe Pastetenform oder eine Springform (24 cm Ø) legen und erst die Brieswürfel, dann die Farce daraufgeben.
Bei 200 °C etwa 30 Minuten backen.