Und jetzt: Trinkgeld?

Sommerfundstücke aus Italien · #6
162 Euro steht auf der Rechnung. Der Wirt macht 160 daraus. Wir bezahlen 175.
Und fragen uns hinterher: War das jetzt richtig? Beim Trinkgeld geraten selbst erfahrene Italienurlauber schnell ins Grübeln.

162 Euro – und dann?
Das Restaurant rundet die Rechnung auf 160 Euro ab. Wir machen daraus 175 Euro.
Foto: Edith Schenk – KULINAVI.de
Trinkgeld in Italien – das klingt zunächst nach einer einfachen Frage. Ist es aber offenbar nicht.
Wer schon lange nach Italien reist, erinnert sich vielleicht daran, dass die mancia früher eine deutlich kleinere Rolle spielte als das Trinkgeld bei uns. Dazu kommt das Coperto, das auf vielen Restaurantrechnungen bereits als eigener Posten erscheint.
Doch Coperto und Trinkgeld sind nicht dasselbe. Das Coperto bezahlt traditionell das Gedeck beziehungsweise den Platz am Tisch. Die mancia ist dagegen freiwillig.
Auch heute gibt es in Italien keine feste Trinkgeldregel. Das offizielle italienische Tourismusportal nennt bei gutem Service etwa zehn Prozent als mögliche Orientierung – verpflichtend ist das nicht.
Unsere Rechnung macht die Unsicherheit sehr anschaulich: 162 Euro. Der Wirt rundet auf 160 ab. Wir bezahlen 175.
War das zu viel? Zu wenig? Genau richtig?
Wahrscheinlich ist gerade das die Antwort: Es gibt keine verbindliche Zahl. Die mancia bleibt eine freiwillige Geste.
Und manchmal beginnt eine kleine kulturelle Beobachtung eben erst mit der Rechnung.
Einordnung
Coperto, servizio, mancia – nicht dasselbe.
Coperto bezeichnet traditionell das Gedeck beziehungsweise den Platz am Tisch. Servizio ist eine gegebenenfalls ausgewiesene Servicegebühr. Die mancia ist das freiwillige Trinkgeld.
Eine feste Zehn-Prozent-Regel gibt es in Italien nicht. Trinkgeld ist nicht verpflichtend; das offizielle italienische Tourismusportal nennt rund zehn Prozent als mögliche Orientierung bei gutem Service.
Unsere Sommerfundstücke entstehen rund um den Lago Maggiore: kleine Beobachtungen über Essen, Genuss und italienischen Alltag – und über das, was wir selbst längst mit Italien verbinden.

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